Sonamarg

Das Reisen in Kaschmir ist anstrengend und langsam. Nach Sonamarg, auf dem Weg Richtung Ladakh sind es Luftlinie nur 50 km, doch bereits das kurze Stück zurück nach Srinagar dauert vier Stunden, zu spät um am gleichen Tag einen Anschluss nach Sonamarg zu bekommen, ohnehin ist niemand in der Lage eine klare Auskunft dazu zu geben, also zwangsweise eine weitere Nacht in Srinagar, diesmal auf einem günstigen Hausboot mit angenehm zurückhaltenden Gastgebern. Früh am nächsten Morgen geht es dann weiter, mit zwei Mal umsteigen ist die Strecke von 80 km in drei Stunden geschafft.

Ich schaue mir bei meiner Recherche/Planung nie Fotos an von den Orten die ich besuche, sonst hätte ich diesen vielleicht ausgelassen. Sonamarg ist kleiner als Pahalgam, aber genau so langweilig und hässlich, das Zentrum besteht aus einem Armeecamp, an das sich auf der einen Seite der schäbige alte Ortskern anfügt und auf der anderen seelenlose Hotelneubauten und Ruinen, alles entlang der Hauptstraße aufgereiht damit niemand dem nervtötenden Hupen der LKW und Jeeps entkommen kann.

Die Hauptattraktion scheint hier ein Tal mit ein paar kleinen Gletschern zu sein und da diese mit dem Auto nicht direkt erreichbar sind, steigen die fußlahmen indischen Großfamilien wieder aufs Pony, und zwar zu Hunderten, ein soziales Spektakel. Die Nomaden scheinen von diesen Touren zu leben, ihre Kinder betteln derweil um Geld. Das Tal ist ein gutes Beispiel wie man einen schönen Ort vollkommen versauen kann.
Zeit um am Blog zu arbeiten.