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morgens
fahrt durch den holland tunnel zur autovermietung in manhattan. die
rückgabeprozedur dauert dank der üblichen inkompetenz etwas
länger. mit etwas wehmut verabschiede ich meinen 10-wöchigen
fahruntersatz (knapp unter 9000 meilen geblieben). mein erster ausflug
führt mich in den central park. ein besonders schönes pinienzapfenexemplar,
bei big sur am pazifik aufgelesen, bette
ich unter einem nadelbaum im park zur ruhe. dabei entdecke ich ein starres
gebilde im wasser, das sich als aneinanderreihung von etwa 20 schildkröten
entpuppt. anschliessend guggenheim museum (minimal-conceptual ausstellung).
little italy, chinatown, bowery, lower eastside. ein verrückter
sportplatz mit black und asian kids und chinesischen alten zuschauern.
treffe mich mit rob und suzanne im thai-restaurant, anschliessend noch
ein cocktail.
am
nächsten morgen zuerst einen überblick vom empire state building,
wieder tolles wetter. am time square ins international center for photography,
miserable ausstellung. der naked cowboy posiert nur, gitarre
spielen kann er nicht. im b&h fotogeschäft arbeiten ausschliesslich
orthodoxe juden, ein gondelsystem karrt die waren durch das ganze geschäft.
dann
mit dem zug nach brooklyn, coney island, am strand entlang nach brighton
beach, viele russische geschäfte mit kyrillischen schildern (no
english!). hotdog bei nathan's famous. brooklyn bridge, zu fuss
über die manhattan bridge zurück nach manhattan. ein japanisches
filmteam filmt tiefflüge eines helikopters. erst spät zurück,
viel fotografiert.

21.04. ground zero grossbaustelle. alle spuren der katastrophe beseitigt,
ein einzelnes betonstück mit verbeulter stahltür. daneben
im financial district wall street unter bewachung, geschäftige routine.
eine handvoll demonstranten laufen hinter absperrgittern im kreis. im
whitney museum ist gerade die biennale. nach vier stunden bleibt vor
allem erschöpfung.
am
nächsten tag mehr kunst. galerietour mit suzanne in soho, tribeca,
chelsea. earthroom von walter de maria, sonst sehr gemischt, viel trash.
abends treffen wir wieder rob zum abendessen im 50s diner, alle sind
ziemlich k.o.
morgens
gehts ins metropolitan museum, riesig. wähle mir die gemäldesammlung
aus und eines der highlights, ein ägyptischer tempel. am nachmittag treffe
ich suzanne in ihrem maleratelier und wir führen die galerietour von gestern
fort. abends treffen wir rob in einem sehr guten mexikanischen restaurant. auswärts
essen scheint hier normalität.
samstag streune ich durch harlem. viele kirchen und in zwei stunden
nur drei bleichgesichter. trotzdem kein gefühl von unsicherheit.
mit schmerzenden füssen noch zum flatiron, dem ersten wolkenkratzer
am madison square garden.gerate in ein grosses treffen amerikanischer
sikhs, farbenfroh aber gedrängt. am
abend bin ich eingeladen zum hummeressen, anlässlich meines morgigen
geburtstags. eine fantastische sicht nördlich von hoboken auf manhattan.
mein erster hummer tut mir zwar leid, schmeckt aber gut.
besinnlicher geburtstag. spaziere erst durch jersey city, dann nehme
ich die rundfähre nach liberty island (die statue of liberty bisher
noch gesperrt) und weiter nach ellis island, der einwanderungsinsel.
interessante ausstellung, aber vor der renovierung 1984 muss die insel
wesentlich eindrucksvoller gewesen sein.
am
montag fahre ich noch nach queens, wohin das moma temporär verlegt wurde.
dieter roth retrospektive, sehr eindrucksvoll, und eine feine auswahl der ständigen
sammlung. anschliessend zweiter teil der roth show im ps1 in long island city,
queens. ein grosses kunstzentrum, unter den dortigen stipendiaten auch eine berlinerin.
beim anschliessenden regenspaziergang am flussufer das pepsi-cola schild von hinten
und vernebelter blick auf manhattan.

27.04., mein letzter tag in den usa. mache noch eine tour in den united
nations. eine attraktive führerin aus dem senegal in landestracht,
insgesamt eine muffige 50er-jahre atmosphäre mit seltsamen geschenken
verschiedener länder in den fluren, ein friedenstauben-mosaik vom
papst, eine iranische seidenteppich-porträtgalerie der generalsekretäre
der un. eine not-p.c. flusslandschaft aus elfenbein aus china.
nahe central park noch besuch der frick-collection, tolle kunst-villa.
durch den park (bluegrass-band) zum broadway. am time square interview
mit jeff goldblum, 200 meter weiter eine kreischende teenie-masse und
band. ich entdecke pandoras box (mit stars and stripes), sie bleibt
jedoch verschlossen. dann nach jersey city.
rob
fährt mich und mein voluminüses gepäck nach manhattan,
von dort aus per taxi zum jfk airport. habe noch drei stunden bis abflug
um 23:00 uhr und damit genug zeit um mein übergepäck mit verschiedenen
british airways leuten zu diskutieren (erfolgreich).
ich kann kaum fassen, dass meine reise schon vorbei ist, aber die reflektion
und die verarbeitung meiner fotografischen erkenntnisse wird noch lange
andauern.
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