12.04.-18.04.2004, washington d.c.-stroudburg-hartford-boston-new jersey (nyc)

es regnet den ganzen tag. von washington fahre ich richtung nordost durch baltimore durch, dann richtung lancaster county, amish-land. besuche ein amish village, ein touristen-freilichtmuseum, immerhin die führung ist interessant. etwas enttäuscht fahre ich weiter, da überholen mich an der ampel zwei amish in ihren pferdebuggies. auf kleinen strassen durch dichten verkehr erreiche ich gegen abend den delaware water gap. übernachte im budget motel (das bisher teuerste) in stroudburg, pennsylvania. im fernsehen die miss usa wahl. die vorstellung der 50 potenziellen misses fast wie schäfchen zählen. miss missouri gewinnt, glaube ich, gefolgt von miss south carolina.

am nächsten morgen fahre ich nach woodstock in den catskill mountains, new york state. ein anthropo-künstler-touri ort der dem musicfestival von 1969 den namen gab aber keine genehmigung, das festival selbst fand in bethel statt. wie ich erschreckt feststelle, bin ich ein paar stunden frueher fast daran vorbeigefahren. beschliesse zurückzufahren, was mich den rest des tages kosten wird. in bethel selbst keinerlei hinweise, auch keine touristen. nach einstündigemherumirren und vielem nachfragen finde ich endlich die farmwiese auf der das festival stattfand, strömender regen, an jedem baum und zaunpfosten drohende no tresspassing schilder. besser so als in woodstock. um an diesem abend noch etwas strecke zu machen richtung boston, fahre ich ein paar hundert meilen interstate nach hartford, connecticut. der härteste regen bisher. mit viel glück erreiche ich unversehrt die jugendherberge in hartford. kaum gäste, nur das alte chinesische paar, das das hostel führt. sehr skurriler ort. ums eck befindet sich das ehemalige haus von mark twain.

der 14.04. hält einige höhepunkte bereit. zuerst per interstate nach lowell, massachussetts, dem geburtsort jack kerouacs. ausserdem das erste industrielle zentrum der usa (textilindustrie). auf dem edson cemetary das ungepflegte, unauffällige grab kerouacs. ein paar jack daniels kronkorken, motelmagnetkarten und kugelschreiber umrahmen die bescheidene steinplatte.


in der nähe von lowell, kurz vor boston liegt concord, wohnort von emerson und henry david thoreau, deren gräber befinden sich auf dem author's ridge auf dem alten, sehr schönen sleepy hollow cemetary. walden pond liegt ein paar meilen süd, auf der einen seite eine zuglinie, die sich schon zu thoreaus zeiten dort befand, auf der anderen seite eine neuere strasse. auf dem parkplatz ein nachbau von thoreaus hütte. ich umwandere im nieselregen walden pond, unverbautes ufer, türkisenes wasser und sandstrand. der originalstandort der hütte ist mit pfeilern markiert.


mit meinem cousin hank (henry) habe ich einen treffpunkt in lexington um 18:00 uhr vereinbart um dann gemeinsam nach boston zu fahren. beschreibung und realität sind nicht synonym und ich warte auf dem falschen parkplatz. zu allem überfluss ist mein handyguthaben erschöpft und nun beginnt eine 3-stündige odysee. auf der vergeblichen suche nach t-mobile karten oder öffentlichen telefonen fahre ich diverse tankstellen und riesen-shopping malls an. der fast leere tank verleitet mich den interstate anzusteuern.ich habe keine ahnung wo mein cousin in boston wohnt und entscheide auf gut glück, die innenstadt von boston anzusteuern.in nieselregen und dunkelheitfahre ich durch chaotischen innenstadtverkehr, keine einzige parklücke um anzuhalten, um die karte zu studieren oder ein telefon zu suchen. wie im film fahre ich auf strassen mit enormen schlaglöchern durch gebührenpflichtige tunnels zum flughafen der noch chaotischer als die innenstadt ist. endlich gelange ich in ein industrieviertel mit geringerem verkehr und sehe das licht eines irish pubs, der name kann kein zufall sein: murphy's law. von dort aus erreiche ich endlich meinen cousin per telefon. hank und freundin michelle holen mich nach einer weiteren stunde (haben sich verfahren) ab und geben mir geleit raus aus boston, nach cambridge wo hank am MIT (massachussetts institute of technology) seinen phd (doktor) macht.

in den nächsten tagen boston sightseeing, historisch interessant, aber etwas langweilig. gute ausstellungen im ica (institute of contemporary art) und mfa (museum of fine art). tour von harvard und MIT, hank arbeitet im neuen gehry-gebäude. abends gehen wir bowling spielen mit michelle und ihrer israelischen cousine, hank gewinnt. am samstag unternehmen hank und ich einen ausflug nach norden an die küste und nach salem, dem ort der hexenhysterie im 17. jahrhundert. der ganze ort vermarktet seine grausige geschichte so gut es geht. abseits finden sich dennoch sehr schöne holzhäuser aus dem 17. und 18. jahrhundert. gemütlicher abend in cambridge.

heute am 18.04. der grosse tag: die fahrt nach und durch new york city. von boston nach nyc brauche ich drei stunden. durch die bronx und manhattan nach jersey city brauche ich dreieinhalb. eine stunde allein für die 200 meter zum tunneleingang nach jersey city. das stop and go bietet wiederum gute orientierung. ohne mich zu verfahren gelange ich zum appartment meines cousins rob (davids bruder) und seiner frau suzanne und ihren drei katzen. sehr freundlicher empfang und am abend ein erster blick auf die skyline von manhattan und borschtsch im polnischen restaurant. morgen noch das auto abgeben, mein road trip ist zu ende. new york city: i am coming.