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es
regnet den ganzen tag. von washington fahre ich richtung nordost durch
baltimore durch, dann richtung lancaster county, amish-land. besuche
ein amish village, ein touristen-freilichtmuseum, immerhin die führung
ist interessant. etwas enttäuscht fahre ich weiter, da überholen
mich an der ampel zwei amish in ihren pferdebuggies. auf kleinen strassen
durch dichten verkehr erreiche ich gegen abend den delaware water gap.
übernachte im budget motel (das bisher teuerste) in stroudburg,
pennsylvania. im fernsehen die miss usa wahl. die vorstellung
der 50 potenziellen misses fast wie schäfchen zählen. miss
missouri gewinnt, glaube ich, gefolgt von miss south carolina.
am
nächsten morgen fahre ich nach woodstock in den catskill mountains,
new york state. ein anthropo-künstler-touri ort der dem musicfestival
von 1969 den namen gab aber keine genehmigung, das festival selbst fand
in bethel statt. wie ich erschreckt feststelle, bin ich ein paar stunden
frueher fast daran vorbeigefahren. beschliesse zurückzufahren,
was mich den rest des tages kosten wird. in bethel selbst keinerlei
hinweise, auch keine touristen. nach einstündigemherumirren und
vielem nachfragen finde ich endlich die farmwiese auf der das festival
stattfand, strömender regen, an jedem baum und zaunpfosten drohende
no tresspassing schilder. besser so als in woodstock. um an diesem
abend noch etwas strecke zu machen richtung boston, fahre ich ein paar
hundert meilen interstate nach hartford, connecticut. der härteste
regen bisher. mit viel glück erreiche ich unversehrt die jugendherberge
in hartford. kaum
gäste, nur das alte chinesische paar, das das hostel führt.
sehr skurriler ort. ums eck befindet sich das ehemalige haus von mark
twain.
der 14.04. hält einige höhepunkte bereit. zuerst per interstate
nach lowell, massachussetts, dem geburtsort jack kerouacs. ausserdem
das erste industrielle zentrum der usa (textilindustrie). auf dem edson
cemetary das ungepflegte, unauffällige grab kerouacs. ein paar
jack daniels kronkorken, motelmagnetkarten und kugelschreiber umrahmen
die bescheidene steinplatte.
in der nähe von lowell, kurz vor boston liegt concord, wohnort
von emerson und henry david thoreau, deren gräber befinden sich
auf dem author's ridge auf dem alten, sehr schönen sleepy hollow
cemetary. walden pond liegt ein paar meilen süd, auf der einen
seite eine zuglinie, die sich schon zu thoreaus zeiten dort befand,
auf der anderen seite eine neuere strasse. auf dem parkplatz ein nachbau
von thoreaus hütte. ich umwandere im nieselregen walden pond,
unverbautes ufer, türkisenes wasser und sandstrand. der originalstandort
der hütte ist mit pfeilern markiert.

mit meinem cousin hank (henry) habe ich einen treffpunkt in lexington
um 18:00 uhr vereinbart um dann gemeinsam nach boston zu fahren. beschreibung
und realität sind nicht synonym und ich warte auf dem falschen
parkplatz. zu allem überfluss ist mein handyguthaben erschöpft
und nun beginnt eine 3-stündige odysee. auf der vergeblichen suche
nach t-mobile karten oder öffentlichen telefonen fahre ich diverse
tankstellen und riesen-shopping malls an. der fast leere tank verleitet
mich den interstate anzusteuern.ich habe keine ahnung wo mein cousin
in boston wohnt und entscheide auf gut glück, die innenstadt von
boston anzusteuern. in
nieselregen und dunkelheitfahre ich durch chaotischen innenstadtverkehr,
keine einzige parklücke um anzuhalten, um die karte zu studieren
oder ein telefon zu suchen. wie im film fahre ich auf strassen mit enormen
schlaglöchern durch gebührenpflichtige tunnels zum flughafen
der noch chaotischer als die innenstadt ist. endlich gelange ich in
ein industrieviertel mit geringerem verkehr und sehe das licht eines
irish pubs, der name kann kein zufall sein: murphy's law. von
dort aus erreiche ich endlich meinen cousin per telefon. hank und freundin
michelle holen mich nach einer weiteren stunde (haben sich verfahren)
ab und geben mir geleit raus aus boston, nach cambridge wo hank am MIT
(massachussetts institute of technology) seinen phd (doktor) macht.
in
den nächsten tagen boston sightseeing, historisch interessant,
aber etwas langweilig. gute ausstellungen im ica (institute of contemporary
art) und mfa (museum of fine art). tour von harvard und MIT, hank arbeitet
im neuen gehry-gebäude. abends gehen wir bowling spielen mit michelle
und ihrer israelischen cousine, hank gewinnt. am samstag unternehmen
hank und ich einen ausflug nach norden an die küste und nach salem,
dem ort der hexenhysterie im 17. jahrhundert. der ganze ort vermarktet
seine grausige geschichte so gut es geht. abseits finden sich dennoch
sehr schöne holzhäuser aus dem 17. und 18. jahrhundert. gemütlicher
abend in cambridge.
heute
am 18.04. der grosse tag: die fahrt nach und durch new york city. von
boston nach nyc brauche ich drei stunden. durch die bronx und manhattan
nach jersey city brauche ich dreieinhalb. eine stunde allein für
die 200 meter zum tunneleingang nach jersey city. das stop and go
bietet wiederum gute orientierung. ohne mich zu verfahren gelange ich
zum appartment meines cousins rob (davids bruder) und seiner frau suzanne
und ihren drei katzen. sehr freundlicher empfang und am abend ein erster
blick auf die skyline von manhattan und borschtsch im polnischen restaurant.
morgen noch das auto abgeben, mein road trip ist zu ende. new
york city: i am coming.
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