| nur
widerwillig nehme ich am morgen abschied von diesem wochenende und der
amerikanischen familie, kathi packt mir noch reichlich verpflegung ein
für die fahrt. dann zuerst zur autovermietung am flughafen raleigh-durham
um meinen kontrakt zu erneuern, die sind völlig überfordert,
wollen mir meinen chrysler wegnehmen und noch mal einweggebühren
berechnen, schicken mich schliesslich weiter wie gehabt. an tankstelle
öl auffüllen, dann direkt per interstate nach washington d.c.,
leider ohne stop in richmond oder einer der vielen historischen stätten
des civil war in virginia.
treffe
gegen 17:00 in alexandria ein, wo ich in der wohnung meines cousins
david residieren darf, der gerade in chicago weilt. der empfang durch
die zwei hauskatzen ist extrem unterschiedlich, der grosse, graue kater
gabriel verweigert mir den zugang und beisst mich bei erster gelegenheit
in die hand. die schwarze katze ist zutraulich und verspielt. am abend
entwickle ich allergieartige symptome und verbringe eine unangenehme
nacht auf dem boden des bügel-/abstellraums. dieser wird mein zuhause
für die gesamte woche.
am
dienstag fahre ich mit der bahn nach d.c. zur mall, einer beeindruckenden
aneinanderreihung von politik und kultur. capitol, smithsonian, nat.
gallery of art, hirshhorn museum, denkmäler. alle museen umsonst!
fühle mich ziemlich matt und fahre zurück. meine katzenallergie
entpuppt sich als ausgewachsene grippe die mich bis samstag in davids
bügelzimmer festhält, schlafen, schwitzen, tee trinken, unterbrochen
nur durch ein surreales, fiebriges parkplatz-ritual: einstellen des
autos in die nächste tiefgarage morgens um 8:00 uhr, um 18:00 bezahlen
und für die nacht parken vor dem haus.
in der welt ausserhalb des bügelzimmers
schönes, mildes frühlingswetter und kirschbaumblüte. bis donnerstag
bestimmt erzkater gabriel wo in der wohnung ich mich aufhalten darf, dann bin
ich akzeptiert als futterspender. beschliesse bis einschliesslich sonntag in alexandria
zu bleiben um noch meinen cousin david und meine tante tony zu treffen.
 samstag
raffe ich mich auf und fahre wieder nach d.c., smithsonian air und space
museum mit der spirit of st. louis und chuck yeagers überschallmaschine.
seltsamerweise ist unser berblinger bei den gleiter-flugpionieren nicht
erwähnt. nochmal national gallery of art, fantastische sammlung
europäischer malerei.
marschiere
washingtons kriegsdenkmäler ab. white house, korean war memorial
mit schrecklichen, überlebensgrossen skulpturen von soldaten in
regenponchos und in granit gestrahlten fotos (text: freedom is not
free), das vietnam memorial am schlichtesten, nur namen in schwarzem
granit. ein grosses ww2-denkmal wird bald enthüllt, absolut unzeitgemäss
im stil der 30er/40er. das lincoln memorial mit der grossen sitzenden
figur des präsidenten. zurück in der wohnung wieder fernsehabend,
john wayne und high noon.
am sonntag besuche ich noch jfk
auf dem arlington nat. cemetary und werfe einen blick aufs pentagon. auf der rückfahrt
steigt mein cousin in den zug, wir erkennen uns nach kurzem zögern. am abend
gehen wir noch mit tante tony ins seafood restaurant. unser erstes treffen überhaupt,
sehr nett. mehr gegessen als in den letzten fünf tagen zusammen. plötzlich
ziemlich kalt hier in alexandria.
morgen gehts endlich weiter, die 8000 meilen warten schon, eine menge
regen anscheinend auch. geplante route: an new york city vorbei durch
pennsylvania und new york state nach massachussetts. frohe ostern noch. |