05.04.-11.04.2004, chapel hill-alexandria, washington d.c.

nur widerwillig nehme ich am morgen abschied von diesem wochenende und der amerikanischen familie, kathi packt mir noch reichlich verpflegung ein für die fahrt. dann zuerst zur autovermietung am flughafen raleigh-durham um meinen kontrakt zu erneuern, die sind völlig überfordert, wollen mir meinen chrysler wegnehmen und noch mal einweggebühren berechnen, schicken mich schliesslich weiter wie gehabt. an tankstelle öl auffüllen, dann direkt per interstate nach washington d.c., leider ohne stop in richmond oder einer der vielen historischen stätten des civil war in virginia.
treffe gegen 17:00 in alexandria ein, wo ich in der wohnung meines cousins david residieren darf, der gerade in chicago weilt. der empfang durch die zwei hauskatzen ist extrem unterschiedlich, der grosse, graue kater gabriel verweigert mir den zugang und beisst mich bei erster gelegenheit in die hand. die schwarze katze ist zutraulich und verspielt. am abend entwickle ich allergieartige symptome und verbringe eine unangenehme nacht auf dem boden des bügel-/abstellraums. dieser wird mein zuhause für die gesamte woche.

am dienstag fahre ich mit der bahn nach d.c. zur mall, einer beeindruckenden aneinanderreihung von politik und kultur. capitol, smithsonian, nat. gallery of art, hirshhorn museum, denkmäler. alle museen umsonst! fühle mich ziemlich matt und fahre zurück. meine katzenallergie entpuppt sich als ausgewachsene grippe die mich bis samstag in davids bügelzimmer festhält, schlafen, schwitzen, tee trinken, unterbrochen nur durch ein surreales, fiebriges parkplatz-ritual: einstellen des autos in die nächste tiefgarage morgens um 8:00 uhr, um 18:00 bezahlen und für die nacht parken vor dem haus.

in der welt ausserhalb des bügelzimmers schönes, mildes frühlingswetter und kirschbaumblüte. bis donnerstag bestimmt erzkater gabriel wo in der wohnung ich mich aufhalten darf, dann bin ich akzeptiert als futterspender. beschliesse bis einschliesslich sonntag in alexandria zu bleiben um noch meinen cousin david und meine tante tony zu treffen.

samstag raffe ich mich auf und fahre wieder nach d.c., smithsonian air und space museum mit der spirit of st. louis und chuck yeagers überschallmaschine. seltsamerweise ist unser berblinger bei den gleiter-flugpionieren nicht erwähnt. nochmal national gallery of art, fantastische sammlung europäischer malerei.

marschiere washingtons kriegsdenkmäler ab. white house, korean war memorial mit schrecklichen, überlebensgrossen skulpturen von soldaten in regenponchos und in granit gestrahlten fotos (text: freedom is not free), das vietnam memorial am schlichtesten, nur namen in schwarzem granit. ein grosses ww2-denkmal wird bald enthüllt, absolut unzeitgemäss im stil der 30er/40er. das lincoln memorial mit der grossen sitzenden figur des präsidenten. zurück in der wohnung wieder fernsehabend, john wayne und high noon.

am sonntag besuche ich noch jfk auf dem arlington nat. cemetary und werfe einen blick aufs pentagon. auf der rückfahrt steigt mein cousin in den zug, wir erkennen uns nach kurzem zögern. am abend gehen wir noch mit tante tony ins seafood restaurant. unser erstes treffen überhaupt, sehr nett. mehr gegessen als in den letzten fünf tagen zusammen. plötzlich ziemlich kalt hier in alexandria.

morgen gehts endlich weiter, die 8000 meilen warten schon, eine menge regen anscheinend auch. geplante route: an new york city vorbei durch pennsylvania und new york state nach massachussetts. frohe ostern noch.