29.03.-04.04.2004, nashville-smoky mountains-boone-chapel hill

es regnet in strömen. auf dem interstate richtung osten rasen die trucks mit 90 meilen vorbei, whiteout. einzige chance: sich nicht überholen lassen. nach 20 meilen ist der spuk, bzw regen vorbei. vor dem smoky mountains national park stoppe ich in knoxville. downtown ist beflaggt mit 9/11-we remember. die old city ist ca. 2 minuten im quadrat. neue zeitzone, plus eins. fahre weiter in den park bis cades cove, zelte auf einem riesigen, fast leeren zeltplatz im wald und fahre vor sonnenuntergang den oneway-loop ab, autocorso im schneckentempo, muss im sommer ein absurdes schauspiel sein (jährlich zwei mio besucher, 10 mio im ganzen park). in der nacht starker regen, endet aber pünktlich zum frühstück um 8:00 uhr.
fahre weiter in den park, abstecher zu den laurel falls, ein bächlein das zwei meter über felsen stürzt aber horden von familien mit kinderwagen anzieht, gespräch mit paar aus georgia, yes, it's amazing, so beautiful. im visitor center beschaffe ich mir einen backcountry permit um in den bergen bei newfound gap übernachten zu können, bewaffne mich mit einem kleinen birkenstamm gegen die schwarzbären die hier anscheinend überall herumstreunern und laufe los, insgesamt 9 meilen, erst den grat entlang, dann 2000 fuss abstieg zum shelter. dieser sieht aus wie ein grosser hasenstall, hat drei wände und nach vorne maschendraht. statt der angekündigten horde von 14 nur drei jungs (jason, eric, shane) aus boone, north carolina. das flusswasser soll man abkochen.

am nächsten morgen gemeinsam los. falscher weg, nach einer stunde wieder am shelter. ich allein den berg hoch, die jungs zur strasse um per anhalter weiter. nach 200 höhenmetern schnee, nach 3 1/2 stunden wieder beim auto, schneesturm, treffe gemeinsam mit den jungs ein. fahre einen von ihnen zu ihrem auto, gemeinsames lunch in gatlinburg und einladung nach boone. wieder zurück über die berge (tolle ausblicke) und durch die cherokee indian reservation. übernachte im nantahala outdoor-center, inzwischen north carolina. die übrigen gäste allesamt abenteurer die den gesamten apalachian trail (ca. 2100 meilen, 6 monate) wandern, grosse neugier meinerseits. ein einsamer wolf streift vor dem aufenthaltsraum herum.

per auto weiter nach ashville, netter ort, lunch im laughing seeds ökocafe. melde mich telefonisch in boone an, die erste hälfte des blue ridge parkway nach norden ist gesperrt, die zweite noch nicht, geniesse die einsame fahrt in sturm und etwas schnee. am abend bei den brüdern jason und eric und ihren freundinnen, den schwestern amanda und wendy. irish car bombs (schnapsglas mit whiskey/baileys in ein pint guiness und ex) und fantastische barbecue pork ribs. gespräche um nazcar-racing, baseball, football, die zeit in der navy. unzählige michelob light beer. jason hat die initialen seiner beiden geschwister auf der brust tätowiert, daneben je ein grosser blitz der sich über die schulter zieht, flugzeugträgerzeit-tattoos. tiefe soziale einblicke. nach brüderlichem zwist verschwinden jason und wendy nch hause, ich ins gästezimmer. wie immer: die besten bilder sind die, die man nicht gemacht hat.

ausgeschlafen aber noch nicht ganz fit, fliege ich morgens zuerst die verschneite treppe runter. dann weiterfahrt per auto zur im triangle chapel hill/raleigh/durham ansässigen verwandtschaft. davor stop in winston-salem, kunstszene in downtown, lebendiges freilichtmuseum in ursprünglich-deutsch old salem, mit fachwerkhäusern und mädchen-college.
am späten nachmittag endlich wiedersehen mit der amerikanischen familie (cousin meiner mutter). sehr netter empfang durch kathi und tochter arianna, zuletzt vor 17 jahren getroffen, carl kommt erst am abend aus japan. tolles altes farmhaus, hunde, katzen. am abend gleich mit arianna los zum rugby-alumni treffen, starke jungs und mädels die light beer aus plastikkübeln trinken, nicht reden sondern brüllen und unanständiges liedgut skandieren. ich trinke statt light immer gutes bier, setze mich in der dritten bar zu fremden leuten an den tisch und missioniere für die sache europas.

der nächste tag startet spät. spaziergang mit anna über den unicampus in chapel hill und später mit carl durch wald und an see. am abend fahrt im audi s6 mit arianna und carl zu bar in durham zur fernsehübertragung des college-league basketball halbfinals. das örtliche uniteam duke verliert mit einem punkt gegen connecticut. trauer in durham.