22.03.-28.03.2004, new orleans-jackson-holly springs-memphis-nashville

morgens jean lafitte nature preserve, ein stück sumpf im süden von new orleans, auf alligator-sightseeing. sind gut getarnt, entdecke aber doch fünf von ihnen. ziemlich träge viecher, vielleicht zu kalt. dann fahrt richtung norden nach jackson, mississippi. kurz vor der grenze ein stop in kentwood, louisiana, dem geburtsort von britney spears. im ort kein hinweis darauf, aber genug gründe hier wieder zu verschwinden. spät am mittag ankunft in jackson und quartiernahme im motel-6. am abend in downtown ist eine grosse the glory of baroque dresden ausstellung, nach einer kurzen diskussion werde ich noch eingelassen und einem deutschen gemälderestaurator aus stuttgart/dresden vorgestellt, tobias, der hier zwei monate residiert und die ausstellung betreut. wir gehen ein bier trinken und tauschen usa-erfahrungen aus, nicht so viel los hier, aber ist ja wochenanfang.

ausschlafen und tagebuch-update, um 11:00 uhr gehts weiter, fette schnakenstiche (noch von new orleans?) an den beinen. auf dem natchez trail parkway folge ich einer alten indianerstrasse, idyllisch gelegen zwischen wald und blumenwiesen. wetter und wenig verkehr lassen eine meditative stimmung aufkommen. diese wird jäh vom blaulicht der ranger patrol gestört, 63 statt 50 miles. gebe mich zerknirscht und verspreche mit 50 weiterzu-fahren. noch mal glück gehabt, aber die stimmung ist dahin. in tupelo, dem geburtsort von elvis fahre ich eine schleife, wieder kein touristischer hinweis. vor memphis noch mal günstig übernachten, zelte im wall doxy state park bei holly springs an einem see mit zypressen. über 6000 meilen hinter mir, noch 33 bis memphis.

auf bei sunrise und fotospaziergang um den see. um 10:00 uhr steh ich in der shuttle-schlange gegnüber graceland, heim des elvisclans in memphis. leider keine bilder, video ist nicht erlaubt. ziemlich muffig und kleinbürgerlich alles, extrem geschmacklose einrichtung. alles etwas kleiner als meine erwartungen. the king liegt zwischen bruder und eltern im garten begraben. ums eck, im american inn einquartiert und ab nach downtown die frisch saniert ist.
um 17:00 uhr verfolge ich im prächtigen peabody hotel die traditionelle (seit 1930) entenprozession. von ihrem brunnen in der hotelhalle werden die enten vom duckmaster über roten teppich zur eigenen suite geleitet. am abend sehe und höre ich in b. b. kings eigenem blues club in beale street, where blues was born, john lee hooker junior mit band und jungem, weissem gitarrengott.

nach frühstück und spaziergang auf dem historischen elmwood cemetary dann besuch des national civil rights museums im lorraine motel, dem ort wo martin luther king jr. erschossen wurde. das gebäude gegenüber von wo der killer geschossen hat ist auch teil des museums, das die geschichte der schwarzen bürgerrechtsbewegung präsentiert. in der gleichen gegend finden sich auch ein paar gallerien, kleiner plausch mit einer jungen, sehr attraktiven foto-kuratorin. beim AAA wieder ein dutzend strassenkarten und führer abgestaubt. ruhiger abend im motel. insgesamt sehr positiver eindruck von memphis, erinnert irgendwie an glasgow, sehr relaxt und nicht übermässig touristisch.

am 26.03. über kleine strassen im süden (orte: moscow, la grange, pocahontas, savannah) richtung nashville. ziel ist lynchburg, tennessee, die distillerie von jack daniel's whiskey. der ort entspricht tatsächlich exakt dem werbeimage, auch die hügellandschaft in der umgebung ist sehr idyllisch. während der führung fliegen wilde truthähne ein, der führer ist ein echtes original in jeanslatzhose und baseballcap und einem ganz starken, singenden südstaatendialekt und sehr laid back, weshalb die führung auch fast zwei stunden dauert. hektik, um noch bei tageslicht einen campingplatz in einem zu finden. im tims ford state park endlich fündig, alles voller rv's und familien.

früh auf und vor 8:00 uhr auf der strasse. wegen einer gesperrten spur in nashville wieder mal stau. für zwei nächte motel-6 gebucht. gleich nach ankunft die solitary man in die autostereo eingeschoben und ab nach hendersonville, johnny cash avenue. das wohnhaus (house of cash) wird wohl museum, ist bisher aber nicht öffentlich. june und johnny liegen auf dem örtlichen friedhof, ganz unauffällig. gegenüber vom house of cash ist trinity city, eine bilderbuchsiedlung aus fernsehstudios, kirchen, weihnachtskitsch und blühenden obstbäumen. überhaupt: jedes zweite gebäude in der bibelhaupstadt nashville ist eine kirche.

die neue grand ole opry, die bühne und studio der countrymusik ist angeschlossen an riesen-hotelkomplex mit überdachten gartenanlagen und gigantischer shopping mall, sogar mit boots-center. am abend endlich nach downtown, überall countrymusik. definitiv nicht mein fall. bars voll hässlicher, fetter schweinefarmer (sehen jedenfalls so aus), die band sieht aus und spielt wie ihr publikum und alle trinken bud- oder miller-light (keine ausnahme). ich stürze meine bierbrause (lite) runter und mache mich vom acker.

wieder heisser tag, sightseeing in downtown, die gegend um das state capitol ist voll militanter soldaten- und kriegsdenkmäler, teils in faschistischem stil. in der county hall of fame lausche ich einer demonstration von dobro metall-gitarren aus den 20er und 30ern. in einem park eine massstabsgetreue nachbildung des griechischen parthenon.statt sandstein eine art plattenbau-oberfläche. die nachbildung der goldenen athene im innern ist leider nur im sommer zugänglich. früh zurück im motel um diese woche online zu bringen, denn morgen gehts richtung berge, bin schon gespannt auf die smoky mountains, allerdings im eigenen fernsehwetterkanal regen vorhergesagt.