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morgen wache ich um 6:00 uhr auf und erlebe einen super sonnenaufgang.
vor der langen fahrt durch texas heute wandere ich noch zu smith's spring,
einer oase am fuss der berge. beim ersten tank-stop in marfa glotzt
mich ein cowboy mit sonnenbrille, lässig an seinen dodge ram gelehnt
an als ob ich vom mond komme. die weiteren orte, etwa alle 30 meilen,
heissen van horn, alpine, marathon, sanderson und scheinen zur hälfte
aufgegeben. das farmland ist überweidet, ausser staub nur noch
spärliche wüstenvegetation. alle 20 minuten kommt einem ein
fahrzeug entgegen, häufiger passiert ein dornbusch die fahrbahn.
ich
versuche eine kollission zu vermeiden, denn einige dieser dinger besitzen
über 1 meter durchmesser. am himmel bilder-buchwölkchen. alle
paar meilen ein zerfetztes kleintier auf der strasse, das beseitigen
der kadaver scheint sache der geier zu sein. im vorbeifahren identifiziere
ich ein gürteltier. bei sonnen-untergang erreiche ich die amistad
national recreation area bei del rio, ein stausee mit günstigen
zeltplätzen. da ich morgen adi und jürgen in san antonio treffen
will und nach zwei zeltnächten dermassen stinke, entscheide ich
mich für das motel-6 im ort.
ich schlafe bis 10:00
uhr und fahre dann durch bis san antonio. treffe adi und juergen um 14:00 im red
roof inn und erfahre, dass ich seit texas um eine stunde hinterher bin und es
bereits 15:00 ist. es ist heiss und schwül. wir be-sichtigen the alamo, das
texanische nationalheiligtum, wo amerikaner im kampf um die unabhängigkeit
texas' von mexico gestorben sind. remember the alamo. am touristischen,
aber hübschen riverwalk gelangen wir zum markt, wo wir margarita und austern
probieren (meine ersten und letzten). zu abend essen wir mexikanisch auf einer
terasse über dem riverwalk, ein abend wie bei uns im hochsommer. zurück
im motel ist die eismaschine völlig überfordert, spuckt nur mehr einen
würfel pro minute aus.
während
adi und juergen ans meer weiterreisen, fahre ich nach austin. zwischenstop
in new braunfels, von deutschen gegründet, hiesige attraktion
ist die schlitterbahn, eine grosse wasserrutsche. in naegelin's
bakery kaufe ich pumper-nickel, ein weiches toastbrot dunkler farbe
und schneckenudeln (cinnamon rolls). auf der anschliessenden fahrt durch
das hill country verfolge ich den hiesigen wahlkampf mit interesse.

in
austin wird an der interstate gebaut, ich verbringe einige stunden im stadtverkehr,
die verkehrsmässig unübersichtlichste stadt bisher, verpasse ständig
die richtigen abzweigungen. die stadt ist sehr schön, endlich wieder bars
und clubs in downtown. ausserdem ist st. patrick's day und ein grosses musikfestival
im gang. am abend bekomme ich ein unsittliches angebot von zwei hässlichen,
fetten frauen und beende den abend allein in meinem motel-6 zimmer. 5000
meilen gefahren.
am
morgen hole ich die gestern in auftrag gegebenen scans ab und schaffe
es erst um 13:00 uhr, aus der stadt zu kommen. fahre fast nonstop durch,
an houston vorbei bis galveston, wo ich mich in einer jugendherberge/motel
mit namen sandpiper direkt am strand einquartiere. ein seltsamer ort
mit holzhäusschen im südstaaten-stil, leicht verfallen. zusammen
mit strand und der schwülen hitze sehr entspannend, esse crawfish
zu abend und fahre später am abend zum east beach auf der suche
nach dem spring-break und einer party. statt dessen treffe ich
eine reihe freundlicher, höflicher highschool-jungs und mädels.
die jungs alle recht stoned und dumm, europa liegt auf dem mond.
am
nächsten morgen eine führung im bishop's palace mit einem fantastischen
venezianischen callas-lilien chandelier im eingangsbereich (fotografieren verboten).
dann fahrt immer am strand entlang nach louisiana. die zwei fährverbindunge
sind frei. in port arthur an der grenze die erwarteten ölraffinerien, auch
in der pampa immer vereinzelt pumpen. in louisiana oft auf beiden seiten wasser,
üppiges grün, tolle eichen mit behang am strassenrand. die fahrt nach
lafayette dauert länger als erwartet. französischer einfluss, die gegend
wird auch acadiana genannt.
zu
gast im blue moon guest house und bar, sehr gemütlich, günstig.
im ganzen ort geht die musik ab, cajun country. hunderte von
friedlichen harley-rockern im zentrum, im blue moon ein cajun-rock-konzert,
alles tanzt. treffe nette leute, unter anderem fünf hübsche,
internationale spring-breakerinnen aus L.A.
um
8:00 uhr bereits unterwegs zum frühstücks-geheimtipp: das
cafe des amis in breauxbridge mit creolen-zydeco (zydeque)
live musik mit waschbrett-rythmus-instrument, knallvoll, wieder tanzt
jung und alt. die anschliessende fahrt nach new orleans ist spektakulär,
interstate 10 führt zig-meilen auf stelzen durch den sumpf. in
new orleans, heiss und schwül,ist derselbe gesperrt, eine stunde
stop and go. residiere
zwei nächte im gemütlich-schmuddeligen india-hostel, entspricht
dem standard einer londoner studentenwohnung. auf dem weg ins french
quarter passiere ich ein schwarzes ghetto,alle auf der strasse, da samstag.
wesentlich interessanter als das touristische quarter mit bourbon street.
kontrast garden district: palastartige südstaaten-villen, es blüht.
später am abend mit juhe-leuten in den dinner blues grill
ums eck, das skurrilste erlebnis der ganzen reise: eine mittelmässige
weisse blusband und ein paar scwarze/kubaner. ein kleiner mit kugelspitzbauch
tanzt den ganzen abend mit grossem nilpferdgrinsen (hat nur die oberen
eckzähne übrig). ein anderer, völlig gaga, drückt
mir dauernd die hand, will mir dauernd ein bier ausgeben, was von der
waitress ignoriert wird, und erzählt von irak, pilot, technical
engineer,f-15.
am
21.03. friedhofstour, metairie cemetary, entdecke des grab der familie
foto und das der familie kussmaul-mogel. im cac (contemporary art centre)
sehe ich eine schlechte ausstellung,
thema vogel. über das dortige internet erfahre ich, dass die 98-jährige
schwester meiner oma in florida gestorben ist. gegenüber dem d-day
museum (eintritt zu teuer) ein patriotisches mural, ergebniss eines
prison-art-projects.
das
schönste an new orleans: die gewaltigen eichen überall, spreizen ihre
äste bis zu 20m weit. will eigentlich noch ausgehen am abend, aber der heuschnupfen
macht mich fertig. früh ins bett um fit zu sein für mississippi.
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