15.03.-21.03.2004, guadalupe mountains-del rio-san antonio-austin-galveston-lafayette-new orleans

am morgen wache ich um 6:00 uhr auf und erlebe einen super sonnenaufgang. vor der langen fahrt durch texas heute wandere ich noch zu smith's spring, einer oase am fuss der berge. beim ersten tank-stop in marfa glotzt mich ein cowboy mit sonnenbrille, lässig an seinen dodge ram gelehnt an als ob ich vom mond komme. die weiteren orte, etwa alle 30 meilen, heissen van horn, alpine, marathon, sanderson und scheinen zur hälfte aufgegeben. das farmland ist überweidet, ausser staub nur noch spärliche wüstenvegetation. alle 20 minuten kommt einem ein fahrzeug entgegen, häufiger passiert ein dornbusch die fahrbahn.

ich versuche eine kollission zu vermeiden, denn einige dieser dinger besitzen über 1 meter durchmesser. am himmel bilder-buchwölkchen. alle paar meilen ein zerfetztes kleintier auf der strasse, das beseitigen der kadaver scheint sache der geier zu sein. im vorbeifahren identifiziere ich ein gürteltier. bei sonnen-untergang erreiche ich die amistad national recreation area bei del rio, ein stausee mit günstigen zeltplätzen. da ich morgen adi und jürgen in san antonio treffen will und nach zwei zeltnächten dermassen stinke, entscheide ich mich für das motel-6 im ort.

 

ich schlafe bis 10:00 uhr und fahre dann durch bis san antonio. treffe adi und juergen um 14:00 im red roof inn und erfahre, dass ich seit texas um eine stunde hinterher bin und es bereits 15:00 ist. es ist heiss und schwül. wir be-sichtigen the alamo, das texanische nationalheiligtum, wo amerikaner im kampf um die unabhängigkeit texas' von mexico gestorben sind. remember the alamo. am touristischen, aber hübschen riverwalk gelangen wir zum markt, wo wir margarita und austern probieren (meine ersten und letzten). zu abend essen wir mexikanisch auf einer terasse über dem riverwalk, ein abend wie bei uns im hochsommer. zurück im motel ist die eismaschine völlig überfordert, spuckt nur mehr einen würfel pro minute aus.

während adi und juergen ans meer weiterreisen, fahre ich nach austin. zwischenstop in new braunfels, von deutschen gegründet, hiesige attraktion ist die schlitterbahn, eine grosse wasserrutsche. in naegelin's bakery kaufe ich pumper-nickel, ein weiches toastbrot dunkler farbe und schneckenudeln (cinnamon rolls). auf der anschliessenden fahrt durch das hill country verfolge ich den hiesigen wahlkampf mit interesse.


in austin wird an der interstate gebaut, ich verbringe einige stunden im stadtverkehr, die verkehrsmässig unübersichtlichste stadt bisher, verpasse ständig die richtigen abzweigungen. die stadt ist sehr schön, endlich wieder bars und clubs in downtown. ausserdem ist st. patrick's day und ein grosses musikfestival im gang. am abend bekomme ich ein unsittliches angebot von zwei hässlichen, fetten frauen und beende den abend allein in meinem motel-6 zimmer. 5000 meilen gefahren.


am morgen hole ich die gestern in auftrag gegebenen scans ab und schaffe es erst um 13:00 uhr, aus der stadt zu kommen. fahre fast nonstop durch, an houston vorbei bis galveston, wo ich mich in einer jugendherberge/motel mit namen sandpiper direkt am strand einquartiere. ein seltsamer ort mit holzhäusschen im südstaaten-stil, leicht verfallen. zusammen mit strand und der schwülen hitze sehr entspannend, esse crawfish zu abend und fahre später am abend zum east beach auf der suche nach dem spring-break und einer party. statt dessen treffe ich eine reihe freundlicher, höflicher highschool-jungs und mädels. die jungs alle recht stoned und dumm, europa liegt auf dem mond.

am nächsten morgen eine führung im bishop's palace mit einem fantastischen venezianischen callas-lilien chandelier im eingangsbereich (fotografieren verboten). dann fahrt immer am strand entlang nach louisiana. die zwei fährverbindunge sind frei. in port arthur an der grenze die erwarteten ölraffinerien, auch in der pampa immer vereinzelt pumpen. in louisiana oft auf beiden seiten wasser, üppiges grün, tolle eichen mit behang am strassenrand. die fahrt nach lafayette dauert länger als erwartet. französischer einfluss, die gegend wird auch acadiana genannt.

zu gast im blue moon guest house und bar, sehr gemütlich, günstig. im ganzen ort geht die musik ab, cajun country. hunderte von friedlichen harley-rockern im zentrum, im blue moon ein cajun-rock-konzert, alles tanzt. treffe nette leute, unter anderem fünf hübsche, internationale spring-breakerinnen aus L.A.

 

um 8:00 uhr bereits unterwegs zum frühstücks-geheimtipp: das cafe des amis in breauxbridge mit creolen-zydeco (zydeque) live musik mit waschbrett-rythmus-instrument, knallvoll, wieder tanzt jung und alt. die anschliessende fahrt nach new orleans ist spektakulär, interstate 10 führt zig-meilen auf stelzen durch den sumpf. in new orleans, heiss und schwül,ist derselbe gesperrt, eine stunde stop and go. residiere zwei nächte im gemütlich-schmuddeligen india-hostel, entspricht dem standard einer londoner studentenwohnung. auf dem weg ins french quarter passiere ich ein schwarzes ghetto,alle auf der strasse, da samstag. wesentlich interessanter als das touristische quarter mit bourbon street. kontrast garden district: palastartige südstaaten-villen, es blüht. später am abend mit juhe-leuten in den dinner blues grill ums eck, das skurrilste erlebnis der ganzen reise: eine mittelmässige weisse blusband und ein paar scwarze/kubaner. ein kleiner mit kugelspitzbauch tanzt den ganzen abend mit grossem nilpferdgrinsen (hat nur die oberen eckzähne übrig). ein anderer, völlig gaga, drückt mir dauernd die hand, will mir dauernd ein bier ausgeben, was von der waitress ignoriert wird, und erzählt von irak, pilot, technical engineer,f-15.

am 21.03. friedhofstour, metairie cemetary, entdecke des grab der familie foto und das der familie kussmaul-mogel. im cac (contemporary art centre) sehe ich eine schlechte ausstellung, thema vogel. über das dortige internet erfahre ich, dass die 98-jährige schwester meiner oma in florida gestorben ist. gegenüber dem d-day museum (eintritt zu teuer) ein patriotisches mural, ergebniss eines prison-art-projects.
das schönste an new orleans: die gewaltigen eichen überall, spreizen ihre äste bis zu 20m weit. will eigentlich noch ausgehen am abend, aber der heuschnupfen macht mich fertig. früh ins bett um fit zu sein für mississippi.