08.03.-14.03.2004, phoenix-tucson-alamogordo-guadalupe mountains

der letzte tag in phoenix. mein internetanschluss funktioniert seit prescott nicht mehr, vergebliche suche nach einem apple service, wofür der halbe morgen draufgeht (wie sich in tucson herausstellt liegt es gar nicht am computer, sondern an den telefonanschlüs-sen). wir fahren den apache trail in die superstition mountains, ghosttown, wüste, kakteen und ein see. auf dem rückweg fahren wir bei einer grossen outlet mall vorbei und verbringen vier (!!!!) stunden mit klamotteneinkauf, womit sich das abendprogramm erledigt. da ich eigentlich lisa, eine freundin von uwe und shana treffen wollte, rufe ich wenigstens noch an und wir vereinbaren ein treffen im mai in stuttgart oder berlin.

beim aaa (american automobile association) erweitere ich meine kartensammlung, dann richtung tucson. stop in casa grande, eine indianische lehmruine mit schutzdach aus den 1930ern. da seit phoenix die wüste herrscht (über 30°c), kaufe ich bei walmart endlich eine kühlbox für meine fiilme. in tucson besuchen wir amart in der hoffnung einen legendären, gigantischen flugzeug-friedhof zu entdecken und bekommen statt dessen eine geführte bustour durch ein ersatzteillager für militärflugzeuge in begleitung invalider veteranen, that's a supersonic isn't it?
danach treffen wir endlich frank und cecile moore, freunde der familie hartung, bei denen wir residieren. ein sehr schönes haus mit wüste hinter dem pool. wir reden bis spät.am 10.03. werden wir geführt, in das
desert museum und auf einen aussichtshügel. ich gebe die farbfilme der ersten vier wochen in ein fachlabor zum entwickeln (fast 50 stück). am abend auf dem weg zum japanischen steakessen (wie hiess das noch...) der beste sonnenuntergang aller zeiten. mein fortune-cookie-spruch gefällt mir, auch die deko auf einem rv (recreational vehicle)-ersatzrad, einige tage später gesichtet.

um 5:00 uhr wach und jürgen zum flughafen gefahren (fliegt zum powder-ski nach colorado, dann zu adi nach texas, wo wir uns evtl. noch einmal treffen). im an-schluss gleich den sonnenaufgang im saguaro national park east fotografiert, um mich herum wuseln javelinas (wildschweinchen) und quails (wachteln). eine grosse eule und ich erschrecken uns gegenseitig. um 8:00 uhr bei frank und cecile zum frühstück zurück. mit frank zum center for creative photography an der uni tucson und ins benachbarte museum. zu mittag ins china-buffet. die filme abgeholt um dann wegen reklamation derselben noch den rest des nachmittags im stadtverkehr zu verbringen. am abend das update für woche fünf bis in die nacht, sehr müde.

am 12.03. nehme ich abschied von tucson und besonders von frank und cecile, ein weiterer tag und ich hätte mich dort fest angesiedelt. im saguaro park mache ich noch eine morgendliche rundfahrt. hinter tucson, in vail, stosse ich auf eine musterhaus-siedlung die ich sogleich besichtige. upper class villen mit bach und grünem golfplatz mitten in der sonora-wüste. vor new mexico ein kurzer stop in dragoon für ein hervorragendes indianer-museum und schöne felslandschaften, ähnlich joshua tree n.p. dann teilweise im regen bis zu den white sands dünen durch-gefahren, die ich bei sonnenuntergang erreiche, hektische letzte-chance-knipserei. schneeweisse gipsdünen umgeben von missile testranges. im dunkel bis alamogordo weitergefahren, wo mich ein roadsign ins motel-6 lotst, um 10:00 uhr schlafen.

früh am nächsten morgen fahrt durch das mescalero apachen reservat, wo im radio hänsel und gretel als hörspiel läuft und anschliessend 40 meilen lang strassenarbeiten stressen. ufo-roswell entpuppt sich als fürchterliches kaff und nach dem besuch des ramschigen ufo museums und forschungszentrums bin ich mir fast sicher dass der ufo incident damals ein cleverer marketingtrick war. am mittag erreiche ich die carlsbad caverns, eine der grössten höhlen der welt. mangelhaft erleuchtet erfolgt die erkundung im halbdunkel und gefällt deshalb nicht. vor sonnenuntergang gleich weiter zum guadalupe mountains national park in texas. mächtige felsklippen in fantastischem abendlicht. an diesem abend kein zeltplatz mehr frei, muss deshalb 25 meilen zurück nach new mexico um mein zelt auf staubigem government wüstenland zwischen alten bierflaschen aufzuschlagen.

am nächsten morgen, 8:10 ergattere ich gerade noch einen zeltplatz für die folgende nacht, wochenende und springbreak. frohen muts schlage ich mein zelt auf und mache mich dann daran texas' höchsten berg zu erklimmen, guadalupe peak (8749 fuss=2667 m). der aufstieg von 900 meter erfolgt ab der hälfte plötzlich in dichten wolken, die unglaubliche sicht beträgt 50 m. nach zwei stunden stehe ich mit heerscharen von boyscouts auf dem gipfel und bin nach mittagspause und weiteren 90 minuten auch schon wieder unten, die tiefhängenden wolken wären schottland würdig. nach einem spaziergang im mckittrick canyon entdecke ich, dass eine meile westlich des tals und zeltplatzes der nebel plötzlich abreisst, das prägnante cliff el capitan stellt sich inmitten von wolkenfetzen dem sonnenuntergang und dem fotografen. schlafenszeit um 21:00 uhr und halbzeit für meinen roadtrip.