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montag
früh hole ich das auto ab, glücklicherweise ist die ver-mietung gleich
ums eck vom hostel, ich bekomme einen vier-türigen chrysler sebring, ziemlich
neu, 3200 miles, sieht nicht sehr amerikanisch aus. die typen in der vermietung
sind extrem unfreundlich, es gibt kein handbuch und nur widerwillig erklär-ungen.
immerhin treffender kommentar: did you actually drive a car in your country?
am schwierigsten ist es, das auto aus der tiefgarage zu bekommen, besonders mit
angezogener hand-bremse. dann geht es los, über die golden gate, genialer
anblick, richtung norden, highway one, an der küste, eng und kurvig, bis
zum point reyes, national seashore.
im gemütlichen, abgelegenen hostel herrschen strenge regeln: nachtruhe
ab 22:00 uhr, abspülen in drei bädern, das letzte ein desinfektionsbad,
strenges alkoholverbot. scheinen auf die älteren gäste hier
abgestimmt, allesamt kenner der hiesigen fauna und flora.
davon sichte ich reichlich am nächsten tag: rotwild, elch, coyote,
sk unk,
truthahngeier, bussarde, specht, reiher, strandläufer. verkohlte
bäume eines feuers von 95. der tag ist eine mischung aus spazierengehen
und -fahren.
im lauf dieser woche geht mir die software für die rollover-bilder
kaputt. daher vorerst wieder bilder ohne funktion, sorry.
am
nächsten morgen, nach der obligatorischen putzhilfe im hostel, wieder richtung
süden. abstecher in die muir woods, das einzige hiesige überbleibsel
der nebel-riesenwälder aus redwoods und (angeblich) giant sequoias. schöner
wald, allerdings durchfurcht von pfaden die, wie auch schon in point reyes, so
breit angelegt sind, dass die rangers bequem mit pickup oder golfwagen patroullieren
können. in derselben gegend: mount tamalpais, angeblich der berg den kerouac
und freunde in the dharma bums erklettern. ich lasse ihn aus, eine enttäuschung
ahnend. ich tanke das erste mal, abenteuerlich, dann wieder über die golden
gate und durch san francisco durch, richtung süden.
   
 auf
dem highway one kickt dann endlich das road-feeling rein, diverse stops an traumstränden
bei traumwetter um den surfern zuzusehen. beschliesse diese nacht in städtischer
umgebung zu verbringen und fahre bis santa cruz, laut reiseführer eine mischung
aus hippies und surfern, zutreffend. gerate in die rush-hour und verfahre mich
auf dem weg zum hostel völlig. zur entspannung gehe ich am abend mit einem
sizilianer, alessandro, ein paar bier trinken.
am
nächsten morgen fotografieren am nebensaison-bedingt-geschlossenen vergnügungspark
direkt am strand, dann fahrt richtung big sur. vorbei an einem kaff namens freedom,
dann stop in carmel, einem niedlichen, reichen künstlerstädtchen,
fahre einen umweg über den 17-mile-drive, eine mischung aus wunderschöner
felsküste, golfplätzen und den palästen der superreichen. unzählige
fotostops und erst gegen abend ankunft im andrew molera state park, big sur, wo
ich zwei tage kampiere, am abend grast zwerg-rotwild neben dem zelt, ein waschbär
plündert eine mülltonne und guckt mich nur gross an, als ich mich bis
auf einen meter nähere. am 13.02. kundschafte ich big sur aus, ein halt an
der henry miller gedenkbibliothek, einer hütte mit bollerofen, die ein
künstlerfreund von henry gegründet hat. im
julia pfeiffer burns state park renne ich durch wunderschöne redwoods auf
einen berg hoch, in der hoffnung oben den califor-nischen condor zu treffen oder
(von weitem) einen der vielen berglöwen dieser gegend, vergeblich. die beiden
abende in big sur verbringe ich mit einem etwa 50-jährigen amerikaner aus
berkeley namens john biertrinkend an dessen lagerfeuer. gute gespräche über
gott und die welt. ich schliesse: big sur: rückzugsort alter-nativer und
intellektueller aus san francisco. am nächsten tag richtung santa barbara,
vorbei an esalen, dem bekannten meditationszentrum in big sur, besichtigung nicht
gestattet, dafür sichtung eines monarchfalter-schwarms auf der reise ins/vom
winterlager in mexico.
die
tour von hearst castle in san simeon ist leider ausgebucht, da wochenende, also
weiter, vorbei an harmony und einem ort mit einer avenue of flags.
meine längste fahrt bisher, komme gegen 18:00 uhr in santa barbara an. valentine's
day, die schicken strassen voll mit barbies und kens, stretchlimousinen und auch
12-meter stretch-vans. überraschend daher am nächsten morgen: antikriegsaktion
am strand, ein holzkreuz für jeden gefallenen amerikaner im irak, motto:
bring our boys home. in der innenstadt ein typ mit schild: bush lies (drei
mal in verschiedenen farben). ansonsten ist santa barbara das prototypische californien,
reich und geschleckt sauber, missionsstil, palmen, strand.  weiterfahrt,
vorbei an einem strand mit riesiger seeelefantenko-lonie und vorbei an malibu
nach santa monica, praktisch der westlichste teil von los angeles. das hostel
teuer,riesig, anonym, beschliesse am nächsten tag nach hollywood überzusiedeln.
erste parkplatzprobleme. am abend noch ein kurzer bummel zum pier. ende der zweiten
woche, die reise auf dem highway one nach süden liegt hinter mir. bin gespannt
auf los angeles.
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