09.02.-15.02.2004, san francisco-point reyes-muir woods-san francisco-santa cruz-big sur-santa barbara-santa monica (los angeles)

montag früh hole ich das auto ab, glücklicherweise ist die ver-mietung gleich ums eck vom hostel, ich bekomme einen vier-türigen chrysler sebring, ziemlich neu, 3200 miles, sieht nicht sehr amerikanisch aus. die typen in der vermietung sind extrem unfreundlich, es gibt kein handbuch und nur widerwillig erklär-ungen. immerhin treffender kommentar: did you actually drive
a car in your country?
am schwierigsten ist es, das auto aus der tiefgarage zu bekommen, besonders mit angezogener hand-bremse.
dann geht es los, über die golden gate, genialer anblick, richtung norden, highway one, an der küste, eng und kurvig, bis zum point reyes, national seashore.

im gemütlichen, abgelegenen hostel herrschen strenge regeln: nachtruhe ab 22:00 uhr, abspülen in drei bädern, das letzte ein desinfektionsbad, strenges alkoholverbot. scheinen auf die älteren gäste hier abgestimmt, allesamt kenner der hiesigen fauna und flora.
davon sichte ich reichlich am nächsten tag: rotwild, elch, coyote, skunk, truthahngeier, bussarde, specht, reiher, strandläufer. verkohlte bäume eines feuers von 95. der tag ist eine mischung aus spazierengehen und -fahren.
im lauf dieser woche geht mir die software für die rollover-bilder kaputt. daher vorerst wieder bilder ohne funktion, sorry.

am nächsten morgen, nach der obligatorischen putzhilfe im hostel, wieder richtung süden. abstecher in die muir woods, das einzige hiesige überbleibsel der nebel-riesenwälder aus redwoods und (angeblich) giant sequoias. schöner wald, allerdings durchfurcht von pfaden die, wie auch schon in point reyes, so breit angelegt sind, dass die rangers bequem mit pickup oder golfwagen patroullieren können. in derselben gegend: mount tamalpais, angeblich der berg den kerouac und freunde in the dharma bums erklettern. ich lasse ihn aus, eine enttäuschung ahnend.
ich tanke das erste mal, abenteuerlich, dann wieder über die golden gate und durch san francisco durch, richtung süden.

 

 

 

 



auf dem highway one kickt dann endlich das road-feeling rein, diverse stops an traumstränden bei traumwetter um den surfern zuzusehen. beschliesse diese nacht in städtischer umgebung zu verbringen und fahre bis santa cruz, laut reiseführer eine mischung aus hippies und surfern, zutreffend. gerate in die rush-hour und verfahre mich auf dem weg zum hostel völlig. zur entspannung gehe ich am abend mit einem sizilianer, alessandro, ein paar bier trinken.

am nächsten morgen fotografieren am nebensaison-bedingt-geschlossenen vergnügungspark direkt am strand, dann fahrt richtung big sur. vorbei an einem kaff namens freedom, dann stop in carmel, einem niedlichen, reichen künstlerstädtchen, fahre einen umweg über den 17-mile-drive, eine mischung aus wunderschöner felsküste, golfplätzen und den palästen der superreichen. unzählige fotostops und erst gegen abend ankunft im andrew molera state park, big sur, wo ich zwei tage kampiere, am abend grast zwerg-rotwild neben dem zelt, ein waschbär plündert eine mülltonne und guckt mich nur gross an, als ich mich bis auf einen meter nähere. am 13.02. kundschafte ich big sur aus, ein halt an der henry miller gedenkbibliothek, einer hütte mit bollerofen, die
ein künstlerfreund von henry gegründet hat.
im julia pfeiffer burns state park renne ich durch wunderschöne redwoods auf einen berg hoch, in der hoffnung oben den califor-nischen condor zu treffen oder (von weitem) einen der vielen berglöwen dieser gegend, vergeblich. die beiden abende in big sur verbringe ich mit einem etwa 50-jährigen amerikaner aus berkeley namens john biertrinkend an dessen lagerfeuer. gute gespräche über gott und die welt. ich schliesse: big sur: rückzugsort alter-nativer und intellektueller aus san francisco. am nächsten tag richtung santa barbara, vorbei an esalen, dem bekannten meditationszentrum in big sur, besichtigung nicht gestattet, dafür sichtung eines monarchfalter-schwarms auf der reise ins/vom winterlager in mexico.

die tour von hearst castle in san simeon ist leider ausgebucht, da wochenende, also weiter, vorbei an harmony und einem ort mit einer avenue of flags. meine längste fahrt bisher, komme gegen 18:00 uhr in santa barbara an. valentine's day, die schicken strassen voll mit barbies und kens, stretchlimousinen und auch 12-meter stretch-vans. überraschend daher am nächsten morgen: antikriegsaktion am strand, ein holzkreuz für jeden gefallenen amerikaner im irak, motto: bring our boys home. in der innenstadt ein typ mit schild: bush lies (drei mal in verschiedenen farben). ansonsten ist santa barbara das prototypische californien, reich und geschleckt sauber, missionsstil, palmen, strand.
weiterfahrt, vorbei an einem strand mit riesiger seeelefantenko-lonie und vorbei an malibu nach santa monica, praktisch der westlichste teil von los angeles. das hostel teuer,riesig, anonym, beschliesse am nächsten tag nach hollywood überzusiedeln. erste parkplatzprobleme. am abend noch ein kurzer bummel zum pier. ende der zweiten woche, die reise auf dem highway one nach süden liegt hinter mir. bin gespannt auf los angeles.